Zahnschmelz aufbauen und vor Abnutzung schützen
Was ist Zahnschmelz und welche Funktion hat er?
Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper. Er überzieht die Zahnkrone wie ein Schutzschild und bewahrt die darunterliegenden empfindlichen Gewebe – das Dentin und die Zahnpulpa – vor mechanischen Belastungen und chemischen Angriffen.
Wird der Zahnschmelz durch äussere Einflüsse wie Säuren oder starkes Zähnepressen abgetragen, spricht man von Schmelzverlust; auch das Zementgewebe, das die Zahnwurzel schützt, kann betroffen sein. Geht der Substanzverlust tiefer, kann er auch das Dentin, das unter dem Zahnschmelz und Zement liegt, beeinträchtigen.
Was sind die Folgen von Zahnsubstanzverlust ?
Mit dem Zahnsubstanzverlust geht der natürliche Schutz des Zahnes verloren, was zu verschiedenen negativen Auswirkungen führen kann:
Erhöhte Empfindlichkeit der Zähne auf heisse, kalte oder süsse Speisen und Getränke - und auch kalte Luft! (Tipps dazu erfahren Sie in diesem Blogbeitrag).
Verminderter Schutz vor Karies.
Verfärbungen beziehungsweise gelblich erscheinende Zähne, da das darunterliegende Dentin durchscheint.
Risse oder Kerben, die auf der Zahnoberfläche sichtbar werden. Auch brüchige Kanten sind ein Hinweis auf Zahnschmelz-Abbau.
Geringere Kaufähigkeit, bei weiterem Substanzverlust.
Beeinträchtigte Ästhetik des Lächelns und des gesamten Gesichts bei allgemeinem Verlust der Zahnsubstanz.
Pulpakomplikationen, Infektionen und sogar Zahnverlust in extremen Fällen.
Was sind die Ursachen für Zahnschmelzabbau?
Als Gründe für den Verlust der Zahnsubstanz könnte man leicht Karies und Zahntraumata in Betracht ziehen. Es besteht jedoch die Möglichkeit eines Verlusts von Zahngewebe durch mechanische Abnutzung (Abrasion oder Attrition genannt) oder durch chemische Abnutzung (Erosion genannt).
Häufig kommt es durch folgende Faktoren zum Verlust von Zahnschmelz beziehungsweise -zement:
Säurehaltige Ernährung: Säurehaltige Lebensmittel und Getränke können den Zahnschmelz erodieren. Auch regelmässiges Erbrechen ist eine häufige Ursache von Erosionen, da dabei Magensäure (die mit einem pH-Wert von circa 1-2 sehr sauer ist) in den Mund gelangt.
Falsche Zahnputztechnik: Zu kräftiges oder häufiges Zähneputzen mit zu harten Borsten kann den Zahnschmelz abtragen.
Genetische Faktoren: Einige Menschen haben von Natur aus einen schwächeren Zahnschmelz.
Bruxismus: Die Angewohnheit, im Schlaf mit den Zähnen zu knirschen oder die Zähne zu pressen, führt zu einem Verlust des Zahnschmelzes an den Kontaktflächen. (Erfahren Sie hier, was Sie dagegen tun).
Lässt sich Zahnschmelz wieder aufbauen oder reparieren?
Der Körper kann die einmal verloren gegangene Zahnsubstanz nicht regenerieren. Sie können jedoch Massnahmen ergreifen, um das Risiko von Abnutzungen oder Erosionen zu verringern:
Bei Bruxismus kann eine Nachtschiene helfen, weiteren Zahnschmelz- und Dentinverlust zu verhindern. (Weitere Massnahmen und Infos zu Zähneknirschen und -pressen finden Sie auch in diesem Beitrag.)
Säurehaltige Lebensmittel und Getränke reduzieren: Begrenzen Sie den Konsum von säurehaltigen Speisen und Getränken.
Schonende Zahnputztechnik: Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und führen Sie sanfte Putzbewegungen durch.
Fluoridierte Zahnpflegeprodukte: Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Neben der Behandlung der Ursache kann die Anwendung von Fluorid oder speziellen erosionsbeständigen Zahnpasten weiteren Zahnverlust verhindern. Sehr leichte, altersbedingte Fälle können unbehandelt bleiben und nur beobachtet werden.
Eine frühzeitige Diagnose mit Ergründung der Ursache ist für den Erfolg dieser präventiven Massnahmen essentiell.
Restauration und Zahnersatz
Es ist möglich, verlorene Zahnsubstanz zu ersetzen - jedoch ist zu sagen, dass die Prozedur oft schwieriger ist, als viele annehmen. Hier sind Ihre Optionen:
Lokale Defekte lassen durch direkte oder indirekte Restaurationen ersetzen, das heisst mit Füllungen, Teilkronen, Kronen oder Veneers.
Allgemeine Defekte, bei denen mehrere Zähne betroffen sind, erfordern einen systematischen Ansatz beziehungsweise unter Umständen eine Behandlung des gesamten Mundes. Diese kann zwar zeitaufwändig und teuer sein, erzielt jedoch eine erhebliche Wirkung.
Im Extremfall sind die Zähne möglicherweise nicht mehr reparierbar. Dort können Extraktionen und Zahnersatz erforderlich sein.
Regelmässige Kontrolluntersuchungen zur Prävention - aber auch bei bestehendem Zahnsubstanz-Verlust!
Um aufwändige und teure Behandlungen zu vermeiden, empfehlen wir regelmässige Kontrolluntersuchungen und Kontrollen beim Zahnarzt zur frühzeitigen Erkennung.
Eine ordnungsgemässe Dokumentation, wie beispielsweise die in unseren Praxen angebotenen 3D-Scans, hilft bei der Überwachung des Zahnsubstanz-Verlustes. Je nach Schwere des Problems schlägt der Zahnarzt eine einfache Überwachung, vorbeugende Massnahmen, lokale rekonstruktive Massnahmen oder wenn nötig eine vollständige Rehabilitation des Mundes vor.
Bedenken Sie unbedingt: Auch bei einwandfreier Mundhygiene kann es zu Zahnsubstanzverlust kommen. Daher sind regelmässige Kontrolluntersuchungen für jeden wichtig.