28.05.2025

Loch im Zahn? So entsteht Karies und was Sie dagegen tun können

Ein Loch im Zahn – auch als kariöse Läsion bezeichnet – ist ein häufiges Problem, das durch die Auflösung von Zahnhartsubstanz entsteht.  Dieser Prozess wird – vereinfacht gesagt – durch bestimmte Bakterien verursacht, die in der Mundhöhle vorhanden sind und Zucker aus der Nahrung in organische Säuren umwandeln. Diese Säuren greifen die Zahnhartsubstanz an und können im Laufe der Zeit ein Loch im Zahn verursachen. 

Tatsächlich sind die Ursachen für die Entstehung und das Fortschreiten einer Karies jedoch weitaus komplexer und von vielen Faktoren abhängig. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie gegen das Loch im Zahn tun können.

Symptome und Folgen einer Karies beziehungsweise eines Lochs im Zahn

In den meisten Fällen bleibt eine Karies lange Zeit unbemerkt, da sie anfangs in der Regel keine Beschwerden verursacht. Ist die Karies schon etwas weiter fortgeschritten, können sich Empfindlichkeiten auf Kälte, Hitze oder osmotische Reize zeigen. Auch sichtbare weissliche oder dunkle Veränderungen der Zahnhartsubstanz, vermehrte Belagsansammlungen in Grübchen und Furchen der Kauflächen oder zwischen den Zähnen sowie das Auffasern von Zahnseide können ein Hinweis sein.  

Oft entwickelt sich die Karies unbemerkt zwischen den Zähnen oder von aussen nicht sichtbar und macht sich erst bemerkbar, wenn bereits ein grösserer Schaden eingetreten ist. 

Treten stärkere Schmerzen auf, hat sich das Loch meist schon in tiefere, pulpanahe Schichten des Zahnes ausgedehnt. Es kann dann zum Abbrechen des Zahnes, einem unschönen Erscheinungsbild, zur Entzündung des Zahnnervs und dauerhaft zum Verlust des Zahnes kommen.

Prophylaxe 

Die Grundvoraussetzung zur Vermeidung von Karies ist eine gute häusliche Mundhygiene - tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, die tägliche Verwendung passender Interdentalbürstchen und Zahnseide - sowie die Reduktion der Häufigkeit des Zuckerkonsums.

Zur Früherkennung sind regelmässige zahnärztliche Untersuchungen unabdingbar. Deren zeitlicher Abstand richtet sich nach dem individuellen Risiko für Karies, Parodontitis und andere Erkrankungen der Mundhöhle.

Bei häufigem Zuckerkonsum, unzureichender Mundhygiene und bereits bestehender Karies oder anderer Schädigungen der Zahnhartsubstanz oder des Zahnhalteapparates (etwa freiliegenden Wurzeloberflächen), ist das Risiko für das Auftreten neuer Karies sowie ein schnelleres Fortschreiten der Karies erhöht.

Ein weiterer Risikofaktor ist ein verminderter Speichelfluss, der zum Beispiel durch einige Medikamente hervorgerufen werden kann. Auch festsitzende kieferorthopädische Apparaturen oder bereits vorhandener, schwer zu reinigender Zahnersatz sowie bestimmte anatomische Gegebenheiten, wie etwa sehr tiefe oder ampullenförmige Fissuren, Grübchen oder Einziehungen erhöhen das Kariesrisiko.

Lässt sich die zugrunde liegende Ursache nicht beheben, sollten Sie versuchen, den Speichelfluss zu stimulieren - durch zuckerfreie Kaugummis oder Drops, oder dann Speichelersatzmittel. Sehr tiefe beziehungsweise schwer sauber zu haltende Fissuren lassen sich direkt nach dem Zahndurchbruch im Kindesalter mit einem durchsichtigen Kunststoff versiegeln, um das Kariesrisiko zu reduzieren.

Je nach individuellem Risiko sind professionelle Zahnreinigungen mit anschliessender Fluoridierung in regelmässigen, mehr oder weniger grossen Abständen zu empfehlen.

Was tun bei Karies

Stellen wir im Rahmen einer Untersuchung eine Karies fest, stehen uns verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Befindet sich die Karies noch im Anfangsstadium, können verschiedene fluoridhaltige Lacke zur Anwendung kommen, die auf den Zahn aufgetragen werden. Bei gleichzeitiger Intensivierung der Mundhygiene können sie dafür sorgen, dass die Karies zum Stillstand kommt und keine weitere Behandlung nötig wird.
    Ausserdem kann es in frühen Kariesstadien möglich sein, den Zahnschmelz durch Anwendung eines eigens dafür entwickelten Peptids zu regenerieren (CurodontRepair).
    In jedem Fall müssen regelmässige Nachkontrollen und Fluoridierungen erfolgen.

  • Stellen wir ein Fortschreiten der Karies in tiefere Schichten fest, muss die Karies entfernt und der entstehende Defekt durch einen zahnfarbenen Kunststoff, ein Komposit, aufgefüllt werden. 

  • Bei bereits sehr ausgedehnten Defekten kann ebenfalls die Restauration mit einer zahnfarbenen Keramik in Erwägung gezogen werden.

  • Kommt es zu einer Entzündung des Nervs infolge eines ausgedehnten Lochs, stellt eine Wurzelkanalbehandlung häufig den letzten Versuch dar, den Zahn zu erhalten.

  • Zeigt diese keinen Erfolg oder ist der Zahn bereits zu stark zerstört, bleibt nur noch die Möglichkeit, den Zahn zu entfernen. Je nach individueller Situation kann dann der Ersatz des Zahnes durch ein Implantat oder eine Brücke sinnvoll sein, um Funktion und Ästhetik wiederherzustellen.

Wann muss ein Zahn gezogen werden? 

Generell gilt, dass ein Zahn gezogen werden muss, wenn alle zahnerhaltenden Massnahmen ausgeschöpft sind. Dies kann der Fall sein, wenn

  • der Zahn stark zerstört ist (zum Beispiel durch eine tiefe Karies oder Frakturen) und nicht mehr restauriert werden kann.

  • eine Wurzelkanalbehandlung keinen Erfolg gezeigt hat.

  • ein weit fortgeschrittener Abbau des Zahnhalteapparates (in der Regel durch Parodontitis) vorliegt und alle sonstigen Behandlungsmöglichkeiten erschöpft sind.

Zudem kann eine Zahnentfernung notwendig sein, wenn

  • Weisheitszähne Platzprobleme oder Beschwerden verursachen.  

  • kieferorthopädische Gründe vorliegen.

Wie läuft eine Zahnextraktion ab?

Nach Einwirken der lokalen Betäubung werden zunächst die dem Zahn anhaftenden Zahnfleischfasern durchtrennt. Im zweiten Schritt werden die Fasern des Zahnhalteapparates, über die der Zahn im Knochen aufgehängt ist, mit entsprechenden Instrumenten durchtrennt. Durch Aufdehnung des schmalen Spaltes zwischen Knochen und Zahn wird dieser langsam gelockert und dann komplett aus dem Kieferknochen entnommen.

Falls der Zahn sehr tief zerstört ist, die Wurzel frakturiert oder die Wurzelanatomie ungünstig, kann es während der Extraktion nötig werden, den Zahn zu teilen und in einzelnen Teilen zu entfernen. Auch noch vorhandenes entzündliches Gewebe sollte entfernt werden. Falls nötig, kann die entstehende Wunde mit einer Naht verschlossen werden. Diese wird einige Tage nach der Zahnentfernung im Rahmen der Wundkontrolle entfernt.

Ist eine Zahnlücke entstanden, sollte diese langfristig nicht so belassen werden: Zum einen sind Zahnverschiebungen der umgebenden Zähne möglich. Zum anderen kann es zum weiteren Abbau des Knochen kommen - wodurch sich eine Versorgung mit Zahnersatz zu einem späteren Zeitpunkt immer schwieriger und aufwändiger gestaltet.

Je nach Ausgangssituation kann entweder direkt nach der Extraktion oder nach Abschluss der knöchernen Abheilung - nach 8 bis 12 Wochen - der Zahn zum Beispiel durch ein Implantat ersetzt werden. Bis zum Einsetzen eines definitiven Zahnersatzes sind provisorische Lösungen möglich. 

Schmerzt das Zähneziehen?

Dank lokaler Betäubung ist die Zahnentfernung in der Regel schmerzfrei.
Falls nach der Behandlung Wundschmerzen auftreten, ist die Einnahme von geeigneten Schmerzmitteln möglich.

Was sind die Risiken einer Zahnextraktion?

Im Rahmen jeder Zahnextraktion können sowohl während als auch nach der Behandlung Komplikationen auftreten. Je nach Lokalisation des zu extrahierenden Zahnes kann es während der Extraktion zur Schädigung umliegender Strukturen kommen: zum Beispiel zur Schädigung von Nachbarzähnen und Weichteilen, zur Eröffnung der Kieferhöhle oder zur Schädigung von Nerven. Auch Frakturen des Knochens sind möglich.

Um bei Weisheitszähnen im Unterkiefer das Risiko einer Nervschädigung zu reduzieren, kann die Anfertigung eines dreidimensionalen Bildes (DVT) vor der Behandlung sinnvoll sein. Direkt nach Nachlassen der Betäubung können Schmerzen auftreten. Zudem kann es zu Schwellungen des umliegenden Gewebes, Blutergüssen und Nachblutungen kommen. 

Auch Wundheilungsstörungen, die mit starken Schmerzen verbunden sein können, sind in den Tagen nach der Zahnentfernung möglich. Darüber hinaus ist das Frakturrisiko des Kiefers erhöht. Je nach individueller Situation können sich weitere Risiken und Komplikationen ergeben.

Wie verläuft die Heilung und was sollten Sie nach der Behandlung beachten? 

Die Wundheilung durchläuft mehrere Stadien. In der Regel ist die Wunde nach 1 bis 2 Wochen oberflächlich und der darunterliegende Knochen nach circa 3 Monaten abgeheilt.

Damit die Wunde komplikationslos abheilen kann, sollten Sie in den ersten Tagen nach der Extraktion insbesondere auf Rauchen und den Konsum von Alkohol verzichten.
Zudem sollten Sie körperliche Anstrengung und länger andauernde Arbeiten kopfüber vermeiden. Auch grössere Mengen Koffein sowie scharfe oder heisse Nahrungsmittel sind nicht zu empfehlen. 

Wichtig ist auch die richtige Mundhygiene: Vermeiden Sie es, die Wunde zu berühren, und putzen Sie die umliegenden Zähne mit besonderer Vorsicht. Verzichten Sie auf häufiges und intensives Ausspülen, ebenso wie auf zu langes und zu intensives Kühlen. Auch Wärme ist zu meiden. Bei leichteren Nachblutungen kann es hilfreich sein, auf einen Tupfer zu beissen. Nehmen Sie zur Schmerzlinderung KEIN Aspirin ein, da dieses stark blutverdünnend wirkt und somit das Risiko für Nachblutungen erhöht.

Treten einige Tage nach der Zahnentfernung starke Schmerzen auf, kann eine Wundheilungsstörung vorliegen. Häufige beeinflussbare Ursachen hierfür sind Rauchen, übermässiges Ausspülen sowie mangelnde Mundhygiene.

In jedem Fall empfehlen wir, sich zeitnah wieder vorzustellen bei in den Tagen nach dem Eingriff plötzlich auftretenden stärkeren Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen. Dies, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls eine Wundbehandlung durchzuführen.

Fazit

Um grössere Behandlungen zu vermeiden, sollte Karies am besten ganz vermieden - und eine vorhandene Karies frühzeitig (im Anfangsstadium) festgestellt werden: 

  • Entscheidend hierfür ist zum einen die tägliche häusliche Mundhygiene: Führen Sie diese je nach individueller Situation, wie vom Zahnarzt oder Dentalhygieniker empfohlen, durch. Auch die Anpassung der Ernährungsgewohnheiten ist unabdingbar.

  • Zum anderen sind regelmässige zahnärztliche Kontrollen nötig, um Karies bereits in einem Stadium zu erkennen, in dem noch eine non- oder minimalinvasive Behandlung möglich ist. Eine regelmässige professionelle Zahnreinigung durch die Dentalhygienikerin mit anschliessender Fluoridierung leistet hierzu ebenfalls einen wichtigen Beitrag. 

Selbst falls es doch einmal zu einem weiteren Fortschreiten der Karies gekommen sein sollte, steht uns in der Regel noch eine Reihe an Massnahmen zur Verfügung, um den Zahn zu retten. Erst wenn alle zahnerhaltenden Massnahmen ausgeschöpft sind oder keinen Erfolg mehr versprechen, sollte der Zahn extrahiert und beispielsweise durch ein Implantat ersetzt werden.

Gerne beraten wir Sie hierzu in einer unserer schweizweit 42 Praxen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Rédaction de zahnarztzentrum.ch