Verfärbte Zähne - was Sie effektiv dagegen tun können
Weisse Zähne sind populär, und eine sehr häufige Frage in der Praxis ist: Wie kann ich meine Zähne aufhellen? Adele Duma, Zahnärztin in unserem zahnarztzentrum.ch in Zofingen erklärt den Unterschied zwischen verfärbten Zähnen und genetisch- oder altersbedingten dunklen, beziehungsweise gelben Zähnen und was Sie dagegen tun können.
Sie erzählt vom professionellen Bleichen, von geschädigten Zähnen durch Bleachingprodukte aus dem Internet, den Folgen von Aktivkohle und Backpulver - und warum wir immer den Zahnarzt involvieren, bevor wir Ihnen eine Bleaching-Methode vorschlagen.
Ursachen von dunkleren Zähnen und Massnahmen
Dunkle beziehungsweise gelb aussehende Zähne können verschiedene Ursachen haben. Es gibt extern oder intern verursachte Verfärbungen, und natürlicherweise dunklere Farbtöne der Zähne, genetisch oder durch das Alter bedingt. Hier eine Übersicht - und was Sie dagegen tun können:
Externe Zahnverfärbungen
Externe Zahnverfärbungen sind tatsächlich Auflagerungen auf der Zahnoberfläche, darunter
Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein
Genuss von färbenden Lebensmitteln wie Rotwein, Kaffee und Tee
Manche Mundspülungen (der Wirkstoff Chlorhexidin verursacht einen gräulichen Niederschlag auf Schleimhäuten und Zähnen)
Eisen- und nitrathaltige Medikamente
Massnahmen: Externe Zahnverfärbungen können Sie - je nach Ursache und Stadium - durch einfache Massnahmen beseitigen: Zähneputzen, Zahnsteinentfernung und Dentalhygiene mit Pulverstrahlgeräten, spezieller Polierpaste und Polierern.
Interne Verfärbungen
Bei internen Verfärbungen ist der Zahn durch eine färbende Substanz (etwa Tetracyclin oder Blutfarbstoff) durchdrungen worden während der Entwicklung, nach einem Zahntrauma - oder nach einer Wurzelkanalbehandlung durch die eingebrachten Füllmaterialien.
Massnahmen: Internes Bleaching bei dunklen Füllmaterialien - das heisst die Füllung durch moderne Füllungsmaterialien ersetzen, die die Zähne nicht verfärben. Diese Behandlung kann nur ein Zahnarzt durchführen.
Genetik
Die Farbe der Zähne ist natürlicherweise bei jeder Person anders - so wie die Augenfarbe genetisch bestimmt ist.
Massnahmen: Bleaching kann die natürliche Zahnfarbe aufhellen - so wie Sie Ihre Haare bleichen können.
Alter
Mit zunehmendem Alter werden die Zähne bei vielen Personen dunkler. Dies, weil der Zahnschmelz dünner wird und das Dentin dicker - ein natürlicher Schutzmechanismus des Zahns. Das Dentin ist generell dunkler als der Zahnschmelz, welcher dann durch den Zahnschmelz scheint.
Massnahmen: Bleaching wirkt auch hier.
Wie es zu Schädigungen des Zahnes kommt
In der Praxis begegnen wir immer wieder Fällen, wo die Zähne beim Versuch, sie aufzuhellen, teils Schaden genommen haben. Dazu kann es durch ungeeignete Mittel oder die falsche Anwendung kommen.
Bei Schädigungen sprechen wir von Zahnfleischrückgang, freiliegenden Zahnhälsen und Überempfindlichkeit, bis hin zum Zahnverlust.
Bleaching-Produkte aus dem Internet
Zahnbleaching wird oft verharmlost. Im Internet erhältliche Bleaching-Kits sind in der Regel nicht geprüft, als sicher eingestuft oder entsprechend offiziell zugelassen worden.
Sie wissen entsprechend nicht, ob das Bleichmittel in nicht ausreichender Dosis enthalten ist - womit es ineffektiv wird - oder in zu hoher Dosis, was zu Schäden am Weichgewebe und den Zähnen führt.
Viele Leute sind sich auch nicht bewusst, dass vor jedem Bleaching eine zahnärztliche Untersuchung (nach Karies oder anderen Ursachen für die Verfärbung) durchgeführt werden sollte. Gleichwohl eine professionelle Dentalhygiene, denn Zahnstein hemmt die Bleichwirkung an den bedeckten Stellen. Das Resultat wäre entsprechend unregelmässig beziehungsweise der Zahn würde "gescheckt" aussehen.
Wir begegnen in der Zahnarztpraxis immer wieder Fällen wo die Zähne durch Bleachingprodukte aus dem Internet Schäden genommen haben und die Zähne schmerzen. Diese Schäden sind oft irreversibel: Zahnfleischschaden beziehungsweise -rückgang, freiliegende Zahnhälse und entsprechend überempfindliche Zähne.
Unsere Empfehlung: Wir raten von Bleachingprodukten aus dem Internet entsprechend ab.
Backpulver, Aktivkohle und Zahncreme mit Aktivkohle
Die folgenden Produkte können die Zähne im Vergleich zum Bleaching nicht aufhellen. Sie entfernen im besten Fall lediglich die Auflagerungen und bringen so den natürlichen Grundton zurück. Durch die teilweise stark abrasive Wirkung kann der Zahnschmelz jedoch Schaden nehmen - und Farbstoffe sich sogar leichter absetzen.
Aktivkohle: Schwarze, leichte, trockene, geruch- und geschmacklose Pulver oder Granulate aus kleinsten Graphit-Kristallen und amorphem Kohlenstoff mit poröser Struktur. Aktivkohle hat eine raue Oberfläche, an der sich andere Stoffe leicht absetzen können.
Innerlich wird Aktivkohle zur Entgiftung eingesetzt, da es Schadstoffe an sich bindet. Die langfristige Anwendung an den Zähnen führt allerdings zum "Abschleifen" des Zahnschmelzes, was zu schmerzempfindlichen Zähnen führen kann. Die Zähne werden ausserdem aufgeraut, wodurch sich Beläge und Farbpigmente leichter festsetzen können.
Backpulver: Schädigt die Zahnoberfläche in gleicher Weise wie Aktivkohle.
Zahncreme mit Aktivkohle: Die schadstoffbindende Wirkung der Aktivkohle geht hier durch die Wechselwirkung mit anderen Inhaltsstoffen verloren. Im Vergleich zu anderen Zahncremes mit abrasiven Stoffen erhöhen jene mit Aktivkohle den Zahnabrieb, was die Zähne heller wirken lässt. Personen mit sensiblen Zahnhälsen sollten besonders vorsichtig sein und den Gebrauch meiden.
Unsere Empfehlung: Vermeiden Sie diese Produkte oder gehen Sie sehr bewusst damit um (Zahncreme mit Aktivkohle). Die externen Verfärbungen lassen sich stattdessen durch die gründliche, professionelle Dentalhygiene entfernen.
Zu starkes Putzen
Viele Menschen meinen, sie müssten nur stärker oder öfter putzen, um Verfärbungen zu entfernen. Dies kann allerdings kontraproduktiv sein – insbesondere bei zu stark abrasiven Zahnpasten, hartem Druck oder zu harten Zahnbürsten beziehungsweise Borsten.
Verfärbungen sind gerne auch so hartnäckig, dass Sie sie mit Zähneputzen gar nicht wegkriegen - es braucht Pulverstrahlgeräte und spezielle Polierer.
Zu häufiges Bleaching
Auch zu häufiges Bleaching kann die Zähne schädigen. Viele Personen haben zudem freiliegende Zahnhälse, womit das Bleichmittel in den Zahn dringen und so den Nerv schädigen kann. Es gilt: Immer erst den Zahnarzt konsultieren und den Instruktionen folgen.
Immer den Zahnarzt konsultieren
Die erste Anlaufstelle für eine Zahnaufhellung bei uns in der Praxis ist in der Regel die Dentalhygienikerin. Vor jedem Bleaching müssen auch Zahnbelag und allfälliger Zahnstein entfernt werden. Ansonsten wird das Resultat ungleichmässig, da das Bleichmittel nicht in die Schichten unter dem Zahnstein gelangen kann.
In jedem Fall involvieren wir vor der Aufhellung jedoch den Zahnarzt. Dies insbesondere um zu klären, ob die Ursache überhaupt durch externe Faktoren bedingt ist oder eine medizinische Behandlung nötig wäre (zum Beispiel bei internen Verfärbungen oder Karies).
Es gilt, bestehende Krankheiten und Schädigungen vorab zu behandeln. Durch kariöse Läsionen - ein Defekt - geschädigte Zähne beispielsweise werden nach dem Bleaching sonst überempfindlich und es kommt möglicherweise zu dauerhaften Zahnschäden.
Freiliegende Zahnhälste sind ebenso ein Risikofaktor für Überempfindlichkeiten. Das Bleaching verlangt hier besondere Vorsicht.
Eine zahnärztliche Untersuchung klärt Sie auch darüber auf, welche Stellen sich gar nicht bleichen lassen: Füllungen, Kronen, Veneers und Brücken - das heisst alles, was künstlich ist.
Was tatsächlich hilft
Gute Mundhygiene inklusive regelmässiger Dentalhygiene
Wie eingangs erwähnt, können Sie externe Verfärbungen durch einfache Massnahmen entfernen - wie Zähneputzen, Zahnsteinentfernung und Dentalhygiene mit Pulverstrahlgeräten, spezieller Polierpaste und Polierern.
Aufgepasst: Zähneputzen allein reicht nicht immer. Viele glauben ausserdem, sie müssten nur stärker oder öfter putzen, um Verfärbungen loszuwerden. Das kann kontraproduktiv sein – insbesondere bei zu stark abrasiven Zahnpasten oder hartem Druck.
Eine regelmässige professionelle Zahnreinigung (1 bis 2 Mal jährlich oder mehr je nach Ausgangslage) ist die beste Basis, um die natürliche Zahnfarbe zu erhalten beziehungsweise Ablagerungen zu entfernen. Wenn Sie mit dem natürlichen Farbton Ihrer Zähne nicht zufrieden sind, hilft professionelles Bleaching.
Professionelles Bleaching - in-office oder zu Hause
Für das professionelle Bleaching gibt es zwei Methoden. Die eine erfolgt in der Zahnarztpraxis - "In-Office"-Bleaching - die andere ist Home-Bleaching. Beide sind zahnärztlich kontrolliert. Die Kosten belaufen sich auf etwa dasselbe. Sie unterscheiden sich folgendermassen:
In-Office Bleaching: passiert direkt im Behandlungsstuhl. Das Bleachinggel wird durch eine Lampe aktiviert, nach 2 Stunden steht das Ergebnis. Diese ist eine schnelle und effiziente Bleachingmethode und stets kontrolliert.
Home-Bleaching: Hierfür fertigen wir eine individuelle Schiene an. Sie erwerben das Bleachingmittel, nehmen beides mit nach Hause und folgen den Instruktionen des Zahnarzt-Personals. Diese Methode ist langwieriger, Sie können die Schiene für das nächste Mal jedoch wieder gebrauchen.
Mehr Details zu den Bleaching-Varianten finden Sie auch hier.
Bleaching Zahncreme mit abrasiven Putzkörpern
In diesen Zahncremes (zum Beispiel "Cleanic dent", "Pearls and dents", "Perl weiss") sind keine Bleichmittel enthalten, die die Zähne aufhellen, sondern Mikroputzkörper wie Perlit oder mikrokristalline Cellulose ("grünes Polymer").
Diese Stoffe wirken abrasiv, aber nicht in dem Ausmass wie Aktivkohle oder Backpulver, die dadurch schädlich sind. Zahnstein lässt sich mit diesen Cremes nicht entfernen, womit sie nur begrenzt effektiv sind.
Wann Bleaching nicht wirkt
Bleaching wirkt nicht auf Kronen, Füllungen, Brücken oder Veneers. Bei empfindlichen Zahnhälsen oder freiliegenden Zahnhälsen ist Vorsicht geboten.
Sind Ihre Zähne schon sehr hell und sie wollen noch hellere Zähne - gemäss dem Schönheitsideal des "Hollywood-Smile" - wird das Bleaching wenig funktionieren.
Weisse Zähne = nicht automatisch gesunde Zähne
Seien Sie sich auch bewusst: Weissere Zähne sind nicht unbedingt gesünder. Gesunde Zähne können auch gelblich wirken – und zu stark aufgehellte Zähne sehen unnatürlich aus oder können geschädigt sein.
Fazit
Verfärbungen sind auf verschiedene - interne oder externe - Ursachen zurückzuführen. Dunkle Zähne können auch einfach Ihr natürlicher Farbton sein - durch die Genetik oder das Alter bedingt.
Eine optimale Mundhygiene inklusive regelmässiger professioneller Zahnreinigung helfen - und/oder ein professionelles Bleaching können die Zähne in diesen Fällen aufhellen.
Von Bleaching-Produkten aus dem Internet raten wir aufgrund des Risikos von irreversiblen Zahnschädigungen stark ab. Gleichwohl von Aktivkohle und Backpulver, die zu abrasiv wirken.
Lassen Sie sich stattdessen vom Zahnarzt individuell beraten: Für ein gleichmässiges Ergebnis müssen Plaque und Zahnstein entfernt werden - und um Schäden abzuwenden, die Zähne nach kariösen Läsionen und freiliegenden Zahnhälsen untersucht werden.
Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch in einer unserer Praxen in Ihrer Nähe! Buchen Sie Ihren Termin bequem online oder telefonisch.