14.06.2025

Richtig Zähneputzen mit Schall-, Hand- und oszillierend-rotierenden Zahnbürsten

Verschiedene Zahnbürsten-Arten - Hand-, Schall- und oszillierend-rotierende Zahnbürste - haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. 

Welche Art für Sie richtig ist, hängt stets von Ihrer Zahngesundheit und Ihren individuellen Bedürfnissen ab - aber auch vom Bürstenkopf und davon, wie Sie putzen.

Doch wie putzen Sie mit welcher Zahnbürste korrekt? Donika Kqira, Dentalhygienikerin in unserem Zentrum in Sursee, hat eine Übersicht für Sie erstellt. 

Handzahnbürste

Borsten: Wir empfehlen Softbürsten - also solche mit einem weichen und planen Borstenfeld - sowie einen kleinen Bürstenkopf. Medium bis harte Borsten reinigen häufig nur die Zahnmitte, dabei oft zu stark (es können Schrubbspuren entstehen) und den Zahnfleischrand oft zu wenig. Dies, weil sie weniger flexibel sind und sich nicht so verbiegen lassen. Viele Patienten putzen den letzten Zahndrittel nahe am Zahnfleisch mit Medium- und Hartbürsten entsprechend unzureichend. 

Winkel: Softbürsten sind aber nur effizient mit der richtigen Putzmethode: Die Borsten sollten nicht gerade (90 Grad) auf dem Zahn aufliegen, sondern in einem Winkel von etwa 45 Grad zum Zahnfleisch zeigen – also schräg in Richtung Zahnfleischsaum - und NICHT im rechten Winkel zum Zahn.

Nur so erreichen die Borsten den Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch, wo sich am meisten Belag sammelt. Liegen die Borsten zu flach auf, biegen sie sich weg – das Putzen fühlt sich dann oft "zu sanft" oder ungenügend an, und Plaque wird nicht vollständig entfernt.

Bewegung: Wenn die Bürste richtig im 45-Grad-Winkel aufliegt, entscheiden Sie sich für eines der folgenden Bewegungsmuster:

  1. Sanft rüttelnd-rotierend: Kleine, vibrierende Bewegungen an Ort und Stelle helfen, Beläge zu lösen – ohne über das Zahnfleisch zu schrubben. Diese Methode ist besonders gründlich, braucht aber etwas Übung.

  2. Auswischend vom Zahnfleisch weg: Alternativ können Sie von der Zahnfleischkante wegwischen – im Oberkiefer nach unten, im Unterkiefer nach oben. Dies ist motorisch einfacher, birgt aber die Gefahr, dass Sie versehentlich zu tief im Zahnfleisch ansetzen oder dieses zu fest belasten. Das kann auf Dauer zu Zahnfleischrückgang führen.

Schallzahnbürste

Schwingungen und Bürstenkopf: Je nach Marke führen Schallzahnbürsten zwischen 30'000 und über 60'000 Bewegungen pro Minute aus. Für die tägliche Belagentfernung reichen aber bereits 30'000–40'000 Bewegungen vollkommen aus. Bei höheren Frequenzen empfinden einige Menschen die Vibrationen als unangenehm und berühren die Zähne weniger und reinigen dadurch unzureichend. 

Unabhängig von der Marke empfehlen wir je nach Empfindlichkeit die Programme "Soft" oder "Clean". Welches Modell Sie wählen, hängt von persönlichen Vorlieben und der individuellen Empfehlung ab – ähnlich wie bei einem Auto: Alle bringen Sie ans Ziel, die Extras machen den Unterschied. Vielleicht brauchen Sie einen schmaleren Handgriff, oder wünschen eine bestimmte Farbe, technische Zusatzfunktionen oder leicht erhältliche Ersatzbürsten.

Wichtig ist: Jede als Schallzahnbürste deklarierte Zahnbürste erzeugt ausreichend Schwingungen – viel entscheidender ist der Bürstenkopf: 

Kleine Köpfe mit weichen, flachen Borsten reinigen meist gründlicher und schonender.

Für schwer erreichbare Stellen wie Weisheitszähne, feste Zahnspangen, Retainer, Kronenränder, Brücken oder Implantate eignen sich sogenannte Singlebürsten. Diese haben einen einzelnen kleinen Borstenkopf und sind ideal für die gezielte Reinigung, insbesondere auch bei aktiver Parodontitis.

Winkel: Wie bei der Handzahnbürste sollten die Borsten schräg im 45-Grad-Winkel zum Zahnfleisch aufliegen, und NICHT im rechten Winkel zum Zahn. So gelangen sie bis in den Zahnfleischsaum – die kritischste Stelle – und entfernen Plaque effektiv. Halten Sie die Bürste im 90-Grad-Winkel, biegen sich die Borsten nur und reinigen den Bereich nahe am Zahnfleisch ungenügend.

Bewegung: Wichtig ist hier, dass Sie NICHT zusätzlich mit der Hand "schrubben" – die Schwingungen übernehmen die Arbeit. Pro Zahnfläche reichen etwa 3–5 Sekunden Stillhalten. Wer zusätzlich mit der Hand mitbewegt, verkürzt oft die Putzzeit pro Fläche oder stört die Wirkung der Schalltechnologie.

Kurz:

  • Winkel einhalten,

  • nicht mit der Hand "mitputzen",

  • jede Fläche 3–5 Sekunden ruhig putzen lassen.

Beim Wechsel zum Beispiel von der Aussen- zur Innenseite oder vom Ober- zum Unterkiefer empfehlen wir, die Bürste kurz auszuschalten, neu anzusetzen und erst dann wieder einzuschalten. So bleibt das Badezimmer sauber, und Sie kontrollieren das richtige Ansetzen der Bürste.

Übrigens: Verlassen Sie sich nicht (nur) auf den eingebauten Timer. Jeder Mensch hat unterschiedliche und unterschiedlich viele Zähne – womit jeder unterschiedlich lange braucht fürs Putzen.

Oszillierend-rotierende Zahnbürste

Bürstenkopf: Wir empfehlen hauptsächlich Soft-Aufsätze. Für viele Modelle sind auch Singlebürsten erhältlich, die Sie zusätzlich verwenden können; Aufgrund der Spitze lassen sich damit schrägliegende Zähne (insbesondere Weisheitszähne) besser reinigen, festsitzende Spangen und Retainer sowie Brücken, Kronenränder oder Implantate.

Winkel: Zum optimalen Winkel gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Wichtig ist, dass Sie nicht über den Zahnfleischrand hinaus putzen. Da die Borsten leicht nach aussen zeigen, können Sie gut im rechten Winkel (90 Grad) zum Zahn putzen - wobei die Borsten dann am Zahnfleischsaum anliegen.

Bewegung: Da die Zähne eher rundlich bis oval geformt sind und oszillierend-rotierende Zahnbürsten eine runde Bürstenform haben, sollten Sie jeden Zahn einzeln und gezielt reinigen. Sie können entsprechend nicht einfach in gerader Linie über die Zahnreihe fahren, sondern sollten mit kleinen Wippbewegungen arbeiten – so passen sich die Borsten optimal der Zahnform an. Gerade im Unterkiefer vorne sind die Zähne besonders schmal - im Spiegel können Sie kontrollieren, ob Sie auch jeden Zahn erwischen.

Fazit

Die Wahl der Zahnbürste ist wichtig – entscheidend ist jedoch vor allem die richtige Putztechnik:

  • Handzahnbürsten erfordern einen schrägen Bürstenwinkel (45 Grad) und sanfte Rüttel- oder Auswischbewegungen.

  • Schallzahnbürsten übernehmen die Bewegung, Sie müssen sie jedoch ruhig führen und ohne zusätzlichen Druck im richtigen Winkel (45 Grad) anwenden.

  • Oszillierend-rotierende Zahnbürsten reinigen effektiv, Sie sollten sie jedoch zahnweise, vorsichtig und im rechten Winkel zum Zahnfleischsaum aufsetzen beziehungsweise verwenden. 

Für alle Bürsten gilt: Ein weicher Bürstenkopf und die korrekte Technik sind entscheidend für die optimale Mundhygiene.

Wir freuen uns darauf, Sie bei Ihrem nächsten Besuch in einer unserer schweizweit 42 Praxen individuell beraten zu dürfen!