31.07.2025

Riss im Zahn - Cracked Tooth Syndrome

Ein "Haarriss" im Zahn, abgebrochene Zahnhöcker oder eine gesplittete Zahnkrone: Das Cracked Tooth Syndrome (CTS) ist ein häufig übersehenes, jedoch wichtiges Zahnproblem. Unser Zentrumsleiter im zahnarztzentrum.ch im Shoppi Tivoli in Spreitenbach, Mirdon Krasniqi, begegnet CTS im Schnitt jede Woche. Er erklärt, warum Sie Risse, abgebrochene Zähne und deren Symptome besser nicht ignorieren – und wie Sie CTS vorbeugen und behandeln können.

Was ist das Cracked Tooth Syndrome?

Das CTS taucht in unterschiedlichen Formen auf. Ein Riss - auch als "Haarriss" bekannt - ist der Beginn. Dann kann es zu abgebrochenen Höckern kommen, einem gespaltenen Zahn bis hin zu einer Kronenfraktur mit oder ohne Wurzelfraktur:

 Ein klassischer Fall für CTS ist ein abgebrochener Zahnhöcker aufgrund einer Amalgamfüllung: Das Metall übt Spannung auf den Zahn aus, der irgendwann bricht. Da Kunststoff beziehungsweise Komposit Amalgam als Füllungsmaterial abgelöst hat, werden diese Fälle in der Zukunft abnehmen.

Ebenso häufig tritt CTS bei wurzelkanalbehandelten Zähnen auf, die nicht mit einer Krone versorgt wurden - der wurzelbehandelte Zahn wird über die Zeit spröde und kann schlussendlich brechen.

 a) Riss; b) Amalgamfüllung mit Höckerfraktur; c) Kronenfraktur; d) Kombinierte Kronen-Wurzelfraktur; e) Kronenfraktur bei einem wurzelbehandelten Zahn

Was sind die Ursachen für Risse, Brüche und Splits?

In der Praxis stellen wir heute vermehrt CTS-Fälle fest - insbesondere durch drei gesellschaftliche Entwicklungen:

  • Heutzutage haben wir durch Fortschritte in der Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) mehr Möglichkeiten, kritische Zähne zu erhalten statt zu ziehen. Nach einer Wurzelkanalbehandlung neigen Zähne allerdings dazu, spröder und weniger widerstandsfähig zu werden. Eine Überkronung verbessert die Stabilität erheblich und schützt den Zahn vor Frakturen. Nicht immer entscheiden sich Patienten jedoch für eine Überkronung - womit das Risiko für CTS steigt.

  • Zunahme von Bruxismus (Zähneknirschen): Die Welt ist dynamischer, auch stressiger geworden. Die Anzahl von Patienten, die knirschen und/oder pressen, nimmt zu - und Knirschen und Pressen ist ein Risikofaktor für CTS. Bruxismus bei wurzelkanalbehandelten Zähnen erhöht die Wahrscheinlichkeit für gebrochene Zähne zusätzlich. 

  • Strahlentherapien (bei Krebs) können die Zahnstruktur schädigen. Es kommt zudem zu Mundtrockenheit, wodurch die Zähne anfälliger auf Angriffe werden. 

Weitere Ursachen sind, wie erwähnt, Amalgamfüllungen oder auch Zahnunfälle. Mit zunehmendem Alter können Zähne "müde" werden, an Elastizität verlieren und das Gewebe kann schwächer werden. Das Essverhalten spielt eine Rolle: Das Kauen harter Gegenstände, thermische Schwankungen und langfristiges einseitiges Kauen zeigen ebenfalls Wirkung. 

Betroffen sind in der Regel Frauen und Männer im Alter von 30 bis 60 Jahren. Wobei die ersten bleibenden Molaren im Kiefer eher betroffen sind. 

Symptome und Diagnose

Die Symptome von CTS sind je nach Situation stark unterschiedlich: Von schmerzfreien "Haarrissen" und "Höckerfrakturen" bis zu höllischen Schmerzen beim Kauen wenn Frakturen bestehen, die bis in die Pulpa beziehungsweise in den Wurzelbereich reichen… von der Zahnempfindlichkeit bis hin zum Zahnverlust.

CTS muss immer behandelt werden, mit Ausnahme von "Haarrissen". Ansonsten können Bakterien durch die Risse in den Zahn eindringen, es kann zu Karies und Entzündungen kommen, der Nerv kann absterben und der Zahn weiter abbrechen (sogenannte Zweitfraktur). 

Frakturen, Risse oder Spalten sind nicht immer einfach erkennbar. In der Praxis diagnostizieren wir CTS Schritt für Schritt: Wir untersuchen erst das Weichgewebe bezüglich Schwellungen oder Fisteln. Danach folgen Klopf- und Kälte- beziehungsweise Vitalitätstest des Zahnnervs. Tastuntersuchung, Beisstest, parodontale Sondierung und 3D-Röntgenbilder sind weitere (mögliche) Schritte. 

Behandlung

Je nach Ausgangslage sind unterschiedliche Behandlungen angesagt, darunter beispielsweise:

  • Kompositfüllung bei einer kleinen Höckerfraktur

  • Teilkrone bei grösseren Frakturen, um den Zahn zu stabilisieren

  • Wurzelbehandlung, falls der Nerv bereits betroffen ist

  • Zahnextraktion, wenn der Zahn nicht mehr gerettet werden kann 

Vorbeugen

Das Allerwichtigste zur Prävention ist eine optimale Mundhygiene. Das heisst: keine Karies, keine Füllungen oder Restaurationen, keine wurzelbehandelten Zähne. Je weniger Ihre Zähne diesen Risikofaktoren ausgesetzt sind, desto unwahrscheinlicher ist eine CTS (mit Ausnahme von Zahnunfällen).

Wichtig sind auch gesunde Kaugewohnheiten und eine gesunde Ernährung. Gehen Sie den Ursachen von Zähneknirschen oder -pressen auf den Grund, und/oder verwenden Sie eine Knirsch-Schiene. Sportschutzschienen schützen Ihre Zähne vor Zahnunfällen, wenn Sie Risikosportarten betreiben - etwa Hockey oder Boxen. 

Regelmässige Kontrollen beim Zahnarzt und Dentalhygiene-Sitzungen sind entscheidend: Je früher erkannt, desto besser die Prognose beziehungsweise desto eher kann der Zahn erhalten werden.

Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch und beraten Sie gerne individuell. Buchen Sie Ihren Termin in einer unserer schweizweit 42 Praxen online oder telefonisch.

Quellen: