19.12.2025

Mundatmung – warum sie Ihre Zähne und Mundflora gefährden kann

Viele Menschen atmen häufiger durch den Mund als durch die Nase – oft ohne es zu merken. Typische Anzeichen sind ein trockener Mund, entzündetes Zahnfleisch oder rissige Lippen.  

Was harmlos klingt, kann Ihre Mundgesundheit auf Dauer stark belasten. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Mundatmung problematisch ist, wie sie mit dem Gleichgewicht der Mundbakterien (orale Mikroflora) zusammenhängt – und was Sie dagegen tun können.  

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Mundatmung ist weit verbreitet und bleibt oft unbemerkt.

  • Sie reduziert den Speichelfluss – einen zentralen Schutz für Zähne und Zahnfleisch.

  • Dadurch steigt das Risiko für Mundgeruch, Karies, Zahnfleischentzündungen und Dysbiose.

  • Besonders bei Kindern kann dauerhafte Mundatmung langfristige Folgen haben.

  • Eine frühzeitige Abklärung hilft, die Ursache gezielt zu behandeln.

  • Regelmässige Zahnarztkontrollen und Dentalhygiene, eine zuckerarme Ernährung und Massnahmen zur Speichelanregung unterstützen eine gesunde Mundflora.

Was ist Mundatmung – und warum ist sie problematisch?  

Normalerweise atmen wir vor allem durch die Nase. Von "Mundatmung" spricht man, wenn jemand dauerhaft oder die meiste Zeit über den Mund atmet.

Das kann verschiedene Folgen haben: 

  • weniger Speichelfluss – der wichtigste Schutz gegen Karies und Bakterien 

  • Ungleichgewicht der Mundbakterien (Dysbiose - siehe weiter unten

  • bei Kindern: Veränderungen der Gesichtsform 

Warum Speichel so wichtig ist 

Speichel ist ein kleines Wundermittel für Ihre Zähne: Er besteht zu 99% aus Wasser und zu circa 1% aus anderen Bestandteilen – darunter Proteine und Elektrolyten.

Diese Mischung erfüllt viele Aufgaben: 

  • neutralisiert schädliche Säuren (pH-Kontrolle)  

  • schützt Zahnschmelz und Schleimhaut 

  • hält die Mundflora im Gleichgewicht (siehe nächster Abschnitt) 

  • startet die Verdauung von Stärke und Zucker  

  • spült die Mundhöhle und schmiert Nahrung 

 Wenn durch Mundatmung zu wenig Speichel vorhanden ist, kippt dieses Schutzsystem. 

Was bedeutet ein Ungleichgewicht der oralen Mikroflora (Dysbiose)? 

In unserem Mund leben Hunderte verschiedene Bakterienarten. Normalerweise halten sie sich gegenseitig im Gleichgewicht. 

Von einer Dysbiose spricht man, wenn krankmachende Bakterien die Oberhand gewinnen.  

Mögliche Folgen sind: 

  • Chronische Entzündungen im Mund - zum Beispiel des Zahnfleischs (Gingivitis) oder des Zahnhalteapparats (Parodontitis

  • mehr Plaque und Zahnstein  

  • erhöhtes Kariesrisiko 

Wie hängt Mundatmung damit zusammen? 

Studien zeigen: Mundatmung trocknet den Mund aus und senkt den Speichelfluss. Dadurch sinkt der pH-Wert, Kariesbakterien breiten sich leichter aus und nützliche Bakterien werden verdrängt – eine klassische Dysbiose entsteht. 

Besonders bei Kindern, die nachts mit offenem Mund schlafen (zum Beispiel wegen vergrösserter Mandeln), treten häufiger Karies oder Entzündungen auf – selbst wenn sie ihre Zähne regelmässig putzen. 

Ursachen für Mundatmung 

Mundatmung kann verschiedene Gründe haben. Wir unterscheiden zwischen funktionellen (vorübergehenden) und anatomischen Ursachen.  

Funktionelle Ursachen: 

  • Infektionen der oberen Atemwege wie zum Beispiel Schnupfen  

  • Allergien mit geschwollener Nasenschleimhaut 

Anatomische Ursachen: 

  • verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation)  

  • Polypen in der Nasen- oder Nasennebenhöhle  

  • vergrösserte Gaumen- und Rachenmandeln  

Manchmal bleibt die Gewohnheit, durch den Mund zu atmen, auch dann bestehen, wenn die eigentliche Ursache behoben ist. Dies, weil Sie sich an die leichtere Atmung (geringerer Widerstand für die Atemluft) durch die Mundhöhle gewöhnt haben. 

Was können Sie tun? 

  1. Lassen Sie die Ursache abklären – je nach Situation beim Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Hals-Nasen-Ohrenarzt. 

  1. Gehen Sie zu regelmässigen zahnärztlichen Kontrollen – um frühe Anzeichen von Dysbiose oder Karies rechtzeitig zu erkennen. 

  1. Stärken Sie Ihre Mundflora – durch zuckerarme Ernährung und regelmässige professionelle Zahnreinigung. 

  1. Speichel anregen ausreichend Wasser trinken, zuckerfreien Kaugummi kauen und auf genügend Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer achten. 

Fazit 

Mundatmung ist keine harmlose Angewohnheit. Sie kann das Gleichgewicht der Mundbakterien stören und Zähne und Zahnfleisch anfälliger für Karies und Entzündungen machen.  

Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind Anzeichen für Mundatmung bemerken, sprechen Sie uns beim nächsten Termin gerne darauf an. Wir nehmen uns Zeit, die Ursache zu klären und gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung zu finden – für eine gesunde Mundflora und starke Zähne. 

Buchen Sie Ihren Termin online oder telefonisch jetzt bei Ihrem zahnarztzentrum.ch in Ihrer Nähe.

 

Quellen: