12.03.2025

Fieberbläschen: Was tun?

Fieberbläschen betreffen zwar primär die Lippen, stehen aber in engem Zusammenhang mit der Mundgesundheit. Als Zahnärzte befassen wir uns aus mehreren Gründen mit Fieberbläschen:

  • Herpesviren sind ansteckend und können sich im Mundraum ausbreiten. Patienten mit aktiven Fieberbläschen sollten nicht behandelt werden, um Infektionen zu vermeiden. 

  • Akute Fieberbläschen können zahnmedizinische Eingriffe erschweren, da Stress und mechanische Reize die Infektion verschlimmern können. 

  • Wir beraten Sie zur Prävention (etwa Stressreduktion und Sonnenschutz) und schliessen andere Erkrankungen wie Aphthen oder bakterielle Infektionen aus.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Fieberbläschen sind, wie Sie sich und andere vor Ansteckung schützen und wie sich Fieberbläschen behandeln lassen.

Was sind Fieberbläschen?

Bei Fieberbläschen handelt es sich um wiederkehrende, sehr schmerzhafte bläschenartige Haut- und Schleimhaut-Ausschläge. Sie treten meist im Bereich der Lippen und des Mundes auf. Fieberbläschen oder Lippenherpes ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Infektionserkrankung mit dem Herpes-Simplex-Virus Typ 1.

Häufig erfolgt eine Infektion mit dem Virus bereits im Kindesalter und bleibt lange unentdeckt. Die Viren nisten sich dabei im Körper ein und bleiben dort; es ist nicht möglich, sie wieder loszuwerden. 

Neben dem Typ 1 Herpes-Simplex-Virus, welcher vorwiegend Lippenherpes verursacht, gibt es den Typ 2 Herpes-Simplex-Virus. Dieser verursacht hauptsächlich Genitalherpes. Durch ein Verschleppen des Typ 1 Herpes-Simplex-Virus in den Genitalbereich kann jedoch auch Genitalherpes entstehen - und andersherum.

Erstausbruch und Reaktivierung

Bis zum Erstausbruch der Erkrankung können viele Jahre vergehen. Meist ist er durch Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches gekennzeichnet. Nach Abklingen der Symptome liegen die Viren in einer Art Ruhemodus. Wobei es gelegentlich zur Reaktivierung kommen kann. 

Doch wie kommt es dazu? Die folgenden Faktoren spielen eine grosse Rolle: 

  • Reduziertes Immunsystem (beispielsweise durch andere Erkrankungen oder Medikamente)

  • Psychische Belastungen

  • Starke Sonneneinstrahlung 

  • Hormonelle Veränderungen

Fieberbläschen bei Kindern

Bei Kindern kann der Lippenherpes, gerade bei der Erstinfektion, auch als sogenannte Mundfäule auftreten: Es kommt zu geschwürartigen, zerfallenden Bläschen im Mund, die sehr schmerzhaft sein können. Die ausgeprägte Entzündung der Mundschleimhaut kann mit Fieber und Unwohlsein einhergehen.

Meist heilt die Mundfäule innerhalb von circa 10 Tagen aus. Bei Unklarheiten oder ausgeprägten Beschwerden kann ein Besuch beim Zahnarzt jedoch angeraten sein.

Ist Lippenherpes ansteckend?

Ja – es handelt sich um eine Infektionserkrankung, bei der die ursächlichen Viren übertragen werden können. Vor allem der direkte Kontakt mit den Wunden beziehungsweise offenen Bläschen ist ansteckend. Allerdings kann es auch durch Tröpfchen- beziehungsweise Schmierinfektionen zur Ansteckung kommen.

Ich habe Herpes - Wie kann ich andere vor einer Ansteckung schützen?

Die grösste Ansteckungsgefahr besteht während eines akuten Ausbruchs. 

So können Sie andere Personen während eines akuten Ausbruchs schützen:

  • Achten Sie darauf, dass niemand direkt oder indirekt mit den Bläschen in Kontakt kommt. 

  • Falls Sie selbst die Bläschen mit den Fingern berührt haben, waschen Sie sich gründlich die Hände. 

  • Vermeiden Sie das Teilen von Besteck, Gläsern, Lippenpflege-Produkten, Rasierern, Handtüchern oder das Ablecken von Schnullern.

  • Verzichten Sie auf Küsse, Oral- oder Genitalverkehr. 

  • Vermeiden Sie Sportarten mit direktem Körperkontakt (bei akuten Ausbrüchen sind auch Schmierinfektionen entscheidend - etwa wenn Sie Ihre eigenen Fieberbläschen berühren und dann jemanden anfassen). 

Besonders Säuglinge, ältere und immungeschwächte Menschen sollten vor einer Ansteckung geschützt werden. Eine Infektion kann bei ihnen zu schweren Komplikationen führen.

Wie kann ich Lippenherpes behandeln?

Lippenherpes heilt meist innerhalb von 1-2 Wochen von allein aus: Die anfänglich kleinen Bläschen füllen sich mit Flüssigkeit und platzen. Dabei entstehen Wunden, die sich meist gelblich verkrusten und im Anschluss abheilen.

Einige Hilfsmittel können helfen, die Symptome zu lindern und die Heilung zu beschleunigen:

  • Spezielle Herpes-Pflaster dienen zum Abdecken der Bläschen und zum Schutz vor Berührung.

  • Gele mit Zinksulfat oder desinfizierenden Zusätzen können eine Austrocknung und Abheilung beschleunigen.

  • Salben mit antiviralen Wirkstoffen (beispielsweise Aciclovir) hemmen lokal die Vermehrung der Viren.

Aufgepasst: Gele oder Salben sollten Sie möglichst mit einem frischen Wattestäbchen statt mit den Fingern auftragen.

Wann zum Arzt gehen? 

Bei starker oder besonders langanhaltender Ausprägung des Lippenherpes sowie der Mundfäule, zusätzlichen Symptomen wie Fieber oder Schüttelfrost, Unwohlsein oder Problemen beim Essen, Sprechen und Schlucken sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden.

Regelmässige Zahnarzt- und Dentalhygiene-Besuche stellen sicher, dass ein allfälliger akuter Ausbruch frühzeitig erkannt wird. Unser Fachpersonal kann so individuell auf Ihren Fall eingehen.

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