06.11.2019

Zahnstein – was tun dagegen?

Fühlen sich Ihre Zähne an gewissen Stellen rau an? Haben Sie öfter Mundgeruch, ist Ihr Zahnfleisch stark gerötet, blutet es beim Zähneputzen oder auch einfach so? Die Ursache dafür könnte Zahnstein sein.

Wie Zahnstein entsteht, warum wir ihn vermeiden wollen und wie das geht, erfahren Sie hier:

So stellen Sie fest, ob Sie Zahnstein haben

Die Symptome von Zahnstein kennen Sie bereits (siehe oben). Wenn Sie in den Spiegel schauen, entdecken Sie vielleicht nun weissliche, gelbliche oder braune Stellen hinter Ihren unteren Vorderzähnen oder auf den Aussenflächen der oberen hintersten Backenzähne.

Es gibt auch schwarz gefärbten Zahnstein. Dieser versteckt sich allerdings am Zahn unter dem Zahnfleisch und wird deshalb in der Regel erst bei der professionellen Reinigung entdeckt.

Wie Zahnbelag entsteht...

Zahnstein entsteht, wenn Zahnbelag nicht entfernt wird. Doch Schritt für Schritt: Auf den Zähnen, genauer dem Zahnschmelz, liegt eine dünne Schutzschicht. Es ist der Biofilm (auch Schmelzoberhäutchen oder Pellikel genannt). Er besteht aus organischen Speichelbestandteilen und hilft dem Zahn, sich zu regenerieren. Ausserdem schützt er ihn vor Säure.

Wie überall auf der Haut und im ganzen Verdauungstrakt leben im Mund Bakterien. Deren Zusammensetzung hängt vor allem mit der Ernährung zusammen und mit der Bakterienzusammensetzung der Menschen, mit denen wir oft und nahe im Kontakt sind – also etwa der Partnerin oder des Partners, der Eltern oder der Geschwister. Bakterien sind notwendig für das Überleben. Jedoch gibt es neben jenen, die uns gesund halten, auch jene, die krank machen.

Wenn sich Bakterien und Nahrungsreste am Biofilm festhalten, bildet sich weicher, meist weisslicher Zahnbelag: die Plaque. Die für den Menschen ungünstigen Bakterien wachsen und teilen sich speziell gerne und schnell mit energiereichen Zuckerverbindungen (die Fructose-Glucose im raffinierten Zucker). Dabei produzieren sie Säure (woraus Karies entstehen kann) und Riesenmoleküle, die dem Wachstum der Bakterien sowie des Zahnbelags dienen.

...und dann Zahnstein

Zahnbelag kann durch regelmässiges Zähneputzen entfernt werden. Häufig bleibt jedoch trotzdem irgendwo Zahnbelag liegen: zum Beispiel zwischen den Zähnen, am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch sowie hinter den hintersten Zähnen. Bei Nischen, die schwierig zu reinigen sind, bildet sich Zahnbelag meist rascher: also etwa bei verschachtelten Zahnstellungen, Brücken, Implantaten oder Zahnspangen. 

Im Zahnbelag bilden sich durch Speichel und Nahrung nun (bereits nach ein bis zwei Tagen) Mineralisationskeime, die den Belag langsam durchsetzen. Nach etwa zehn bis zwanzig Tagen entsteht aus dem weichen Zahnbelag fester, mineralisierter Zahnbelag: der Zahnstein. Bleibt er ungestört, bilden sich darüber weitere Schichten.

Die Folgen

Zahnbelag und Zahnstein können zu Mundgeruch und weisslichen, gelblichen oder gräulichen Stellen führen. Das empfinden die meisten Menschen als unangenehm.

Gar richtig schmerzhaft wird es, wenn sich das Zahnfleisch und später der Zahnhalteapparat (Haltefasern und Knochen) entzünden. Im schlimmsten Fall kommt es zum Zahnverlust.

So verhindern Sie Zahnbelag

Das oberste Gebot lautet: gründlich Zähneputzen, inklusive Zahnzwischenräume! Hilfsmittel sind Zahnbürste, Interdentalbürste und Zahnseide. Speziell auf Zahnstein ausgerichtete Zahnpasten und Mundspüllösungen können zusätzlich helfen.

Rauchen fördert die Entstehung von Zahnbelag und Zahnstein, da die krankmachenden Bakterien im Mund so eher überleben.

Bezüglich Ernährung empfiehlt es sich, möglichst unverarbeitete Produkte zu wählen. Denn stark verarbeitete Nahrungsmittel enthalten häufig Glucose-Fructose als Zusatz.

Was Sie gegen Zahnstein tun können

Wenn doch Zahnstein entsteht – was früher oder später in den allermeisten Fällen passiert – kann der Dentalhygieniker oder die Zahnärztin den Zahnstein entfernen.

Wie schnell und wie viel Zahnstein sich aus dem Belag bildet, ist sehr individuell. Deshalb ist auch die Notwendigkeit einer professionellen Entfernung sehr unterschiedlich. In Extremfällen ist sie alle zwei bis drei Monate nötig, in anderen Fällen nur einmal pro Jahr.