Ein strahlend weisses Lächeln empfinden die meisten Menschen als besonders schön. Das war schon bei den alten Römern so, weshalb sie ihre Zähne mit Harnstoff einrieben. Und im Mittelalter, als Barbiere dazu «Aqua fortis» verwendeten – eine Mischung aus Salpetersäure, die ätzend wirkt. Wie funktioniert Bleaching heute, gibt es Nebenwirkungen und wie lange bleiben die Zähne weiss? Die wichtigsten Antworten:

Ist Bleaching gefährlich?

Bereits 1895 erwähnte das American Journal of Dental Science wie man mit Wasserstoffperoxid Zähne bleicht. Diese Substanz benutzen wir noch heute für das Bleaching (auch Wunden desinfizieren wir damit und bleichen uns damit die Haare).

Das medizinische Aufhellen der Zähne ist dementsprechend lange erprobt und wissenschaftlich gut dokumentiert. Führt man es sachgerecht durch, ist nur mit einer Nebenwirkung zu rechnen: Kurzfristig kann es sein, dass die Zähne empfindlicher auf Kälte und Wärme reagieren. Spätestens nach zwei bis drei Tage nach Abschluss des Bleachings ist dies aber vorbei.

Beim Bleichen wird der Zahnschmelz etwas weniger widerstandsfähig gegen Abrieb. Nach fünf bis zehn Tagen verschwindet der Effekt allerdings, wie wissenschaftliche Studien zeigen.

Warum verfärben sich die Zähne?

Zähne erhalten natürlicherweise einen braunorangen Farbton und werden dunkler im Laufe der Zeit. Zudem dringen Pigmente gewisser Genussmittel in den weissen Zahnschmelz und lagern sich ab. Dazu gehören unter anderem Tabak, Kaffee, Tee, Rotwein, Safran. Auch Antibiotika können Zahnverfärbungen auslösen. Und manchmal sind Zahnverfärbungen genetisch bedingt.

Avitale («tote», nicht intakte) Zähne verfärben sich oft durch Abbauprodukte des Blutes aus dem Zahnmark, das in kleinste Kanäle der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz, Zahnbein und Wurzelzement) eindringt. Auch Materialen die zum Füllen der Wurzelkanäle verwendet wurden können die sichtbare Zahnkrone verfärben.

Darf ich während des Bleachings Kaffee trinken?

Während das Bleaching durchgeführt wird und in den ersten zwei Wochen nach dessen Abschluss sollten Sie Tabak und stark färbende Nahrungsmittel vermeiden.

Wie lange bleiben die Zähne weiss?

Die Bleichung bleibt in der Regel drei bis fünf Jahre sichtbar. Sie hängt jedoch stark von den Ess- und Zahnputz-Gewohnheiten ab.

Wie funktioniert Bleaching?

Unabhängig von der Methode ist immer Karbamidperoxid dabei, das aus Karbamid und Wasserstoffperoxid besteht. Wasserstoffperoxid entfärbt die durch die Zahnverfärbung entstandenen Farbpigmente, ohne sie aus dem Zahnschmelz herauszulösen. Das Karbamid wiederum setzt das Wasserstoffperoxid langsam frei.

Welche Methoden gibt es?

Zuallererst kontrolliert der Zahnarzt den Zustand des Gebisses sowie des Zahnfleisches. Dazu gehört, dass er zwischen vitalen (intakten) und avitalen (tote) Zähnen unterscheidet. Mithilfe einer Farbskala stellt er ausserdem den ursprünglichen Farbton der Zähne fest.

Bei vitalen Zähnen sind folgende Bleaching-Methoden möglich:

  • Frei verkäufliche Bleaching-Materialien, die Sie in Eigenregie anwenden. Diese pinseln Sie auf die Zähne, kleben sie mit Strips auf oder tragen Sie mit vorgefertigten Schienen auf die Zähne. Diese Methode bleicht weniger als die Alternativen. Vor allem aber ist es schwierig, ein gleichmässiges Resultat zu erzielen – besonders in den Zahnzwischenräumen.
  • Bei der als Home-Bleaching bekannten Methode fertigt der Zahnarzt eine individuell angepasste, dünne Schiene aus Kunststoff an. Diese füllen Sie mit Karbamidperoxid-Gel zu Hause auf und tragen Sie ein bis zwei am Abend oder über die Nacht. In der Regel ist die gewünschte Aufhellung erreicht, wenn man dies über zwei Wochen jeden Abend macht.
  • Die «In-office-Behandlung» findet in der Zahnarztpraxis statt. Je nach gewünschtem Effekt wird in bis zu vier Sitzungen à 20 bis 60 Minuten ein Gel mit deutlich höherer Konzentration angewendet („Power Bleaching“). Damit das Wasserstoffperoxid schneller freigesetzt wird, verwendet man spezielle Lampen, die das Gel erwärmen. die auftretende Konzentration an Wasserstoffperoxid kann ziemlich aggressiv sein. Deshalb wird das Zahnfleisch mit einem Schutz abgedeckt.

Verfärbungen bei avitalen Zähnen kann nur der Zahnarzt entfernen. Er schafft einen Zugang zum Wurzelkanal, bringt in dessen oberen Teil ein Bleichmittel ein (Natriumperborat und Superoxol). Anschliessend verschliesst er den Zahn provisorisch wieder. Diese Einlage muss einmal pro Woche ausgewechselt werden, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. In Amerika nennt man diese vergleichsweise langsame Methode «Walking-Bleach».