Sind Sie ungeschickt auf den Mund gefallen, haben Sie ein Strassenschild übersehen oder sich mit Ihrem Freund spontan im Boxen versucht – und dabei einen Frontzahn verloren? In diesem Fall müssen Sie sich entscheiden, ob Sie den fehlenden Zahn durch ein Implantat oder durch eine Brücke ersetzen wollen.

Zumindest war das bis anhin so. Seit einigen Jahren gibt es für den fehlenden Frontzahn eine echte, dauerhafte Alternative: Die einflüglige Adhäsivbrücke. Sie ist minimal-invasiv und der tragende Pfeilerzahn muss nur sehr wenig beschliffen werden – im Gegensatz zur Brücke, bei der die Zähne stärker beschliffen werden oder zum Implantat, wo am Knochen operiert werden muss.

Das Resultat einer zehnjährigen Studie der Universität Kiel zur einflügligen Adhäsivbrücke ergab eine Erfolgsrate von 94 Prozent. Das heisst: Nur 6 Prozent der Brücken brachen oder lösten sich in diesen zehn Jahren, sodass sie nochmals befestigt werden mussten.

Siegeszug der Adhäsivbrücke

Klebebrücken wie es die Adhäsivbrücke eine ist, kennt man in der Zahnheilkunde schon länger. Standard war früher allerdings ein mehrflügliges Design. Damit wurden Lücken primär temporär überbrückt, in einigen Fällen auch dauerhaft. Allerdings löste sich mit der Zeit oft eine Verbundstelle.

Auf Grundlage der Adhäsivtechnik  haben Spezialisten in den letzten Jahren ein neues Verfahren entwickelt. Deshalb, und auch wegen besserer keramischer Werkstoffe, können Adhäsivbrücken neu mit nur einem Nachbarzahn verklebt werden.  Da die einflüglige Brücke die eigenen Bewegungen des Zahnes mitmachen kann, löst sich die Brücke nicht – oder nur sehr selten.

So wird eine Adhäsivbrücke eingesetzt

Beim ersten Termin beschleift der Zahnarzt den Pfeilerzahn und nimmt eine Abformung. Im zahntechnischen Labor wird dann eine entsprechende Adhäsivbrücke aus Keramik hergestellt. Beim zweiten Zahnarzttermin wird die Brücke anprobiert und – falls nichts mehr geändert werden muss – eingesetzt. Kunststoffzement verbindet die Keramik fest mit dem eigenen Zahn.

Wann entscheide ich mich für eine Adhäsivbrücke?

Eine Adhäsivbrücke kann in Erwägung gezogen werden, wenn für ein Implantat nicht genug Knochen vorhanden ist.

Auch für Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum sind und weswegen noch keine Implantate eingesetzt werden können, stellt sie eine mögliche Lösung dar.

Als Alternative zur klassischen Brücke, bei der die Pfeilerzähne stark abgeschliffen werden müssten, macht eine Adhäsivbrücke im Frontzahnbereich unter Umständen ebenfalls Sinn.

In welchen Fällen kann keine Adhäsivbrücke eingesetzt werden?

Nicht eingesetzt werden können Adhäsivbrücken bei einer sehr steilen Stellung der oberen mittleren Frontzähne oder wenn die Belastung beim Kauen durch die Gegenzähne zu gross wäre.

Der Zahnarzt klärt im Vorfeld ab, ob dies der Fall ist. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist die Versorgung durch eine Adhäsivbrücke eine Überlegung wert.