Parodontitis zerstört den Zahnhalteapparat, lässt also Bindegewebe und somit auch Knochen abbauen. Und das meist irreversibel. Was viele Patienten nicht wissen: Parodontitis wirkt sich auch auf die allgemeine Gesundheit aus – und diese wiederum auf die Parodontitis. Beispielsweise beeinflussen sich ein Teil der rheumatischen Erkrankungen und Parodontitis gegenseitig. Auch HIV-Patienten sind anfälliger für Parodontitis. Bei Schwangeren wird das Risiko einer Frühgeburt als Folge einer Parodontitiserkrankung stark diskutiert.

Parodontitis als Folge von Diabetes

Was ebenfalls gerne unterschätzt wird, ist der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes mellitus. Studien zeigen, dass der Knochenabbau um den Zahn für Patienten mit der «Zuckerkrankheit» viel schneller abläuft. Ist der Blutzuckerwert hingegen gut eingestellt, besteht kein erhöhtes Risiko für einen Kieferknochen- und Zahnverlust. Zudem entzündet sich so der gesamte Zahn-Organismus weniger und Wunden heilen schneller. Bei Diabetikern, die bereits an Parodontitis leiden, sichert ein gut eingestellter Blutzuckerwert zudem den langfristigen Erfolg einer Parodontitis-Therapie.

Diabetes als Folge von Parodontitis

Ein Zusammenhang besteht auch umgekehrt: Parodontitis hat einen Einfluss auf Diabetes. Genauer gesagt auf die Einstellung des Blutzuckerwertes. Eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie wirkt sich dementsprechend positiv auf die Blutzucker-Kontrolle von Diabetikern aus. Bleibt die Parodontitis unbehandelt, steigen die Blutzuckerwerte an. Gleichzeitig gilt: Auch bei Parodontitis-Patienten ohne Diabetes besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich der Blutzuckerwert verschlechtert, also eine Diabetes mellitus entsteht.

So beugen Sie Diabetes und Parodontitis vor

Diabetes, wie auch Parodontitis, zeigen erst in fortgeschrittenem Stadium Symptome. Wollen Sie gesund bleiben, sollten Sie also bei Arzt und Zahnarzt regelmässig zur Kontrolle gehen. Mit einer guten Zahngesundheit können Sie Parodontitis vorbeugen. Wird sie früh erkannt oder rechtzeitig therapiert, können Sie Entzündungen sowie den daraus resultierenden Gewebeabbau, aufhalten.

Ähnliches gilt bei der Früherkennung von Diabetes mellitus. Ärzte sollten Diabetiker bei der Routineuntersuchung also stets auch über Parodontitis aufklären und den Patienten bei einem Verdacht an einen Zahnarzt überweisen. Das gilt übrigens auch für Kinder und Jugendliche mit Diabetes ab einem Alter von sechs bis sieben Jahren.

Diabetes verbreitet sich rasch

Weshalb ist es noch wichtig, dass der Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten erkannt wird? Weil heutzutage bereits sehr viele Menschen an Diabetes leiden: Weltweit sind es 390 Millionen. Und diese Zahl steigt massiv weiter: 2035 sollen es bereits 600 Millionen sein. Alleine in der Schweiz geht man heute von einer halben Million Diabetikern aus. Vier Fünftel davon sind Typ-1-Diabetiker. Ihnen fehlt das Insulin (ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt) gänzlich, seit der Geburt.