Mundgeruch ist unangenehm – für einen selbst, aber auch für die Mitmenschen. Chronischer Mundgeruch kann einen ohne weiteres ins soziale Abseits befördern. Und dies oft, ohne dass die Betroffenen wüssten, aus welchem Grund. Viele sind sich nämlich gar nicht bewusst, dass sie einen schlechten Atem haben.

Meist wäre Mundgeruch allerdings absolut unnötig. Studien zeigen, dass er bei 85 Prozent der Betroffenen die Folge mangelnder Mundhygiene ist. Nur 15 Prozent der Betroffenen leiden an Mundgeruch, weil dieser die Nebenwirkung bestimmter Medikamente ist, ihr Verdauungssystem erkrankt ist oder sie an anderen Gesundheitsbeschwerden leiden.

Wie entsteht Mundgeruch?

In unserem Mund leben über 300 Bakterienarten. Darunter sind auch Fäulnisbakterien, die ohne Sauerstoff leben. Hauptsächlich zersetzen sie eiweisshaltige Nahrungsmittel wie Milch oder Fisch und beseitigen abgestorbene Schleimhautzellen. Dabei werden Schwefelverbindungen freigesetzt – je mehr, desto stärker der Geruch.

Wer Speisereste nicht entfernt, hat also eher Mundgeruch. Führt zu wenig Zähneputzen gar zu Zahnfleisch-Entzündungen oder Karies, gibt das ebenfalls einen schlechten Atem. Grundsätzlich ist Mundgeruch Zeichen einer gestörten Mundflora: Auch falsche Ernährung, Alkohol oder zu viel Kaffee können zu Mundgeruch führen.

Besonders anfällig sind Stellen im Mund, an die wenig Sauerstoff und nur selten die Bürste kommt. Dies sind nebst kariösen Stellen die Zahnzwischenräume, Zahnfleisch-Taschen, Zahnersatz, Prothesen oder Zahnspangen. Und, ganz wichtig: Die Zungen-Oberflächen.

Was tun gegen Mundgeruch?

Die Ursachen legen nahe, dass man gegen Mundgeruch selbst viel tun kann. Unsere Tipps:

  1. Lassen Sie Ihre Zähne regelmässig durch einen Zahnarzt kontrollieren und professionell reinigen.
  2. Überprüfen und verbessern Sie Ihre Mundhygiene: Lassen Sie sich vom Zahnarzt oder der Dentalhygienerikerin instruieren.
  3. Reinigen Sie die Zunge. Etwa mit Zungenschaber oder Zungenbürste oder indem Sie mit der Zahnbürste nach dem Zähneputzen einige Male über die Zunge bürsten.
  4. Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Geruch verursachen: Milch, Eiweiss, Kaffee und Alkohol.
  5. Mundspülungen mit Xylit (ein Zuckeraustauschstoff, der künstlich hergestellt wird, aber auch in vielen Gemüsesorten und Früchten vorkommt) wirken sich positiv auf die Mundflora aus. Obwohl Xylit süss schmeckt, verringert er das Risiko für Karies sowie Parodontitis und senkt die Lust auf Süsses. Zahnbeläge und Zahnsteinbildung kommen mit Xylit kaum mehr vor.

Schlechter Atem in der Früh

Speichel wirkt bis zu einem gewissen Grad mildernd gegen Mundgeruch. Da er Bakterien abtötet, schützt er die Schleimhaut vor Entzündungen und hilft, die Zähne zu remineralisieren. Mit einem trockenen Mund, etwa bei Nervosität, fällt dies weg. Somit ist auch klar, warum man am Morgen nach dem Aufwachen oft einen schlechten Atem hat. In der Nacht haben die Bakterien einerseits Nahrungsmittel zersetzt, andererseits hat der Körper keinen Speichel produziert.