Nehmen wir an, Ihr Wohnzimmer soll wieder in reinem Weiss erstrahlen. Malen Sie zwei oder alle vier Wände? Wohl alle. Dasselbe gilt für die Zähne: So, wie Sie in der Regel alle Zimmerwände streichen, sollten Sie alle Flächen eines Zahnes reinigen – also auch die Zahnzwischenräume.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die Regel gilt nicht für gesunde Zähne. Erstens nimmt das Risiko für Karies oder Parodontitis bei gesunden Zähnen weder zu noch ab, wenn Sie Zahnseide benutzen. Zweitens können die Schäden grösser sein als der erwiesene Nutzen, wenn Sie falsch putzen.

«Zahnseideln» nur bei Zahnfleisch-Schwund, Füllungen und Karies

Haben Sie jedoch eine Füllung oder beginnende Karies, sollten Sie die Zahnzwischenräume unbedingt reinigen. Das Gleiche gilt, wenn Ihre Zähne an Parodontitis (im Volksmund «Parodontose», eine Zahnfleischerkrankung, bei der sich das Zahnfleisch aufgrund einer Bakterieninfektion zurückbildet) erkrankt sind oder Sie diesbezüglich bereits behandelt wurden. Mit der Reinigung beugen Sie einem erneuten Auftreten der Parodontitis vor.

Zahnseideln sollten Sie aber nicht nur, falls Sie bereits an Parodontitis leiden. Auch wenn Sie dafür ein erhöhtes Risiko besitzen, sollten Sie es tun. Zur Risikogruppe gehören Raucher und Personen mit Diabetes mellitus oder HIV. Ein erhöhtes Parodontitis-Risiko kann auch genetisch bedingt sein.

So reinigt man richtig

Mit einer gewöhnlichen Zahnbürste erreichen Sie die Zahnzwischenräume nicht. Lediglich Schallzahnbürsten können durch ihre Schwingungen etwas Belag in den Zwischenräumen entfernen. Hilfreicher sind Zahnseide, Hölzer, Interdentalbürsten oder Airfloss; Zahnseide eignet sich wegen der Form der Zähne besonders gut für die Frontzähne. Für die Prämolaren und Molaren (kleine und grosse Backenzähne) ist sie allerdings nicht sehr geeignet. Dafür benützen Sie besser eine Interdentalbürste. Wie man damit umgeht, sollten Sie sich detailliert erklären lassen – am besten von einer Dentalhygienikerin.