Schallzahnbürsten sind im Trend. Zu Recht? Ermira Bunjaku, Dentalhygienikerin in Uster erklärt, warum sie in Schallzahnbürsten eine Reihe von Vorteilen erkennt. Wie man damit die Zähne richtig putzt und inwiefern sie sich von anderen elektrischen Zahnbürsten unterscheiden.

Schallzahnbürsten überzeugen mich vor allem deshalb, weil sie gleich doppelt wirken: Nebst der üblichen, mechanischen Wirkung beim Bürsten kommt bei Schallzahnbürsten die „hydrodynamische“ Wirkung hinzu.

Mit über 30’000 Bewegungen pro Minute erzeugen Schallzahnbürsten starke Turbulenzen im Gemisch aus Speichel, Wasser und Zahnpaste im Mund. Die Geschwindigkeit dieser Flüssigkeitsströmung nennt man Hydrodynamik. Ist sie hoch genug, ergibt dies (im Zusammenspiel mit Oberflächenspannung und akustischen Schallwellen) einen zusätzlichen Reinigungseffekt.

Damit kann der Biofilm auch in den Zahnzwischenräumen entfernt werden, unter dem Zahnfleisch und an weiteren schwer erreichbaren Stellen. Sogar dort, wo die Borsten gar nicht hinkommen!

Die Vorteile von Schallzahnbürsten

Schallzahnbürsten haben noch weitere Vorzüge gegenüber Handzahnbürsten oder auch anderen elektrischen Zahnbürsten (siehe unten) . Hier eine Übersicht ihrer Vorteile:

  • Bessere Reinigung in den Zwischenräumen, Nischen und an Stellen bis zu fünf Millimeter unter dem Zahnfleisch. Sowie bei Brackets und kieferorthopädischen Apparaturen. Besserer Zugang auch zum Stützpfeiler (Abutment) eines Implantats
  • Schonendere Reinigung durch weniger Druck auf Zähne und Zahnfleisch
  • Bessere Reduktion von äusserlichen Verfärbungen
  • Effiziente Verteilung von Fluoriden und somit bessere Kariesvorbeugung
  • Zusätzlicher prophylaktischer Effekt bei beginnender Parodontitis beziehungsweise Entzündungen am Zahnhalteapparat

Wie wendet man sie korrekt an?

  • Halten Sie die Borsten in einem 45°-Winkel zum Zahnfleisch hin.
  • Bleiben Sie ungefähr 4-5 Sekunden am Ort, ohne Schrubben und ohne Druck.
  • Kippen Sie die Bürste leicht nach vorne und nach hinten, um in die Zahnzwischenräume zu gelangen.
  • Reinigen Sie die Zahnoberflächen systematisch:
    Beispielsweise von aussen nach innen, dann die Kauflächen.
    Am besten beginnen Sie oben, damit der Belag nach unten fällt. Reinigen Sie von hinten nach vorne.
  • Wechseln sie den Bürstenkopf alle drei Monate aus, da der Reinigungseffekt mit der Zeit abnimmt.

Unterschied zur Ultraschall-Zahnbürste

Nebst der Schallzahnbürste gibt es weitere Typen elektrischer Zahnbürsten. Dazu gehören Ultraschall-Zahnbürsten. Der wesentliche Unterschied zu Schallzahnbürsten ist folgender.

  • Bei einer Schallzahnbürste erfolgt die Reinigung durch die Borsten, da der Bürstenkopf in hochfrequente mechanische Schwingungen versetzt wird.
  • Die Ultraschall-Zahnbürste erzeugt hingegen elektromagnetische Ultraschallschwingungen: Bis zu 1,6 Millionen Impulse pro Sekunde werden erreicht. Der Bürstenkopf wird dabei nicht bewegt. Stattdessen erfolgt die Reinigung durch die Schwingungen: Die Schwingungen erzeugen kleine Blasen, die platzen. Der Belag auf den Zähnen wird so wegkatapultiert.

Rotierend-oszillierende Zahnbürsten: Warum ich sie nicht empfehle

Die rotierend-oszillierende Zahnbürste mit dem runden Bürstenkopf ist ein weiterer elektrischer Zahnbürsten-Typ. Sie hat einen guten Reinigungseffekt. Allerdings ist Vorsicht geboten! Wird sie falsch angewendet oder stark angepresst, können Schäden entstehen.

Die bohrenden Bewegungen des runden Bürstenkopfs können das Zahnfleisch verletzen – bis hin zu dessen Rückgang. An den Zähnen selbst können keilförmige Beschädigungen entstehen wenn man die Bürste nicht sachgemäss anwendet.

Auf was ich beim Kauf einer Schallzahnbürste achte

Sind Schallzahnbürsten zu Recht im Trend? Ich finde Ja! Beim Kauf ist darauf zu achten, dass sie einen ausreichenden hydrodynamischen Effekt erzeugen können.

Es gibt unzählige Modelle und stetig kommen neue auf den Markt. Gegenwärtig empfehle ich beispielsweise die Modelle von Philips Sonicare und von Water Pik oder die „Hydrosonic“ von Curaprox. Ein Vergleich lohnt sich, auch weil die Kosten nicht zu unterschätzen sind. 

Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne bei Ihrem nächsten Zahnarzt- oder Dentalhygienebesuch.

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