Der Weisheitszahn wird als letzter Zahn gebildet und schliesst seine Entwicklung erst im Erwachsenenalter ab. So kam er auch zu seinem Namen – schliesslich sprechen wir die Weisheit einem reiferen Alter zu.

Bei den meisten Menschen reicht allerdings der Platz im Kieferknochen nicht aus, weshalb sich der Weisheitszahn häufig nicht richtig in die Zahnreihe einordnet. Er bleibt deshalb oft komplett oder teilweise im Kieferknochen zurück.

Warum kann es sein, dass der Zahnarzt Ihnen empfiehlt, die Weisheitszähne zu entfernen – auch dann, wenn diese nicht mal Schmerzen verursachen? Niemand lässt sich gerne Zähne ziehen. Warum es im Falle der Weisheitszähne aber oft doch Sinn machen kann, erfahren Sie hier:

Warum eine Entfernung Sinn machen kann

Belässt man die Weisheitszähne im Kiefer, hat dies verschiedene Risiken zur Folge:

  1. Durch eine untypische Lage der Weisheitszähne können Nischen mit Schmutz entstehen, in die Bakterien gelangen. Daraus können sich kariöse Defekte sowie Infektionen entwickeln. Auch der Zahnhalteapparat des Nachbarzahnes kann beschädigt werden.
  2. Durch die Zahnkrone des Weisheitszahnes und durch das Gewebe, das ihn umgibt, können Teile der benachbarten Wurzel aufgelöst werden.
  3. Aus den Zellen des Umgebungsgewebes können Zysten entstehen. Diese sind in den meisten Fällen zwar gutartig. Sie können jedoch größere Knochendefekte verursachen, die im schlimmsten Fall einen Kieferbruch nach sich ziehen.

In welchen Fällen Weisheitszähne im Kiefer belassen werden können

Die Weisheitszähne können in folgenden Fällen im Kiefer belassen werden:

  • Wenn zu erwarten ist, dass sich die Weisheitszähne spontan und in richtiger Lage in die Zahnreihe einordnen.
  • Wenn die Weisheitszähne so tief im Knochen liegen, dass bei einer Operation ein höheres Risiko von Komplikationen besteht.
  • Wenn in absehbarer Zeit andere Zähne gezogen werden müssen und der Weisheitszahn in die Lücke eingeordnet werden sollte.

Der optimale Zeitpunkt für eine Entfernung

Weisheitszähne sollten entfernt werden, sobald klar ist, dass die oben erwähnten Risiken eintreten – also sobald ein schiefer Wuchs oder Platzmangel festgestellt wird. Prinzipiell heilen Wunden bis zum 25. Lebensjahr am besten. Mit zunehmenden Alter häufen sich die Komplikationen bei der operativen Entfernung.

Ablauf der Entfernung

Die Entfernung von Weisheitszähnen ist für den chirurgisch tätigen Zahnarzt absolute Routine. In den allermeisten Fällen reicht eine ambulante Behandlung mit einer lokalen Betäubung völlig aus. Angstpatienten kann mit Beruhigungsmitteln oder einer Vollnarkose geholfen werden.

Die Dauer und Technik des Eingriffs hängt stark von der jeweiligen Lage der Zähne ab. Am wichtigsten ist, dass Sie während der Behandlung keine Schmerzen verspüren, sondern lediglich ein Druckgefühl.

Risiken des Eingriffs

Wie oben beschrieben, ist die Entfernung des Weisheitszahnes ein Routineeingriff. Trotzdem kann es – wie bei jedem operativen Eingriff – zu Komplikation kommen. Die häufigste Folge ist eine Wundinfektion. Auch zu Nachblutungen kann es kommen.

Sehr selten werden Nerven verletzt, welche die Unterlippe, unteren Zähne und Zahnfleisch, Zunge und Teile der Geschmacksempfindung versorgen. Als Folge kann ein vorübergehendes oder selten ein dauerhaftes Taubheitsgefühl entstehen.

Eine weitere mögliche, aber ebenfalls seltene Komplikation während oder nach der Entfernung ist ein Kieferbruch. Dies, weil der untere Weisheitszahn eine Schwachstelle für den Kieferknochen darstellt.

Wie lange setzt einen der Eingriff ausser Gefecht?

Ab wann man von der Entfernung nichts mehr spürt, ist von Fall zu Fall verschieden. Geht der Zahn leicht raus, spüren Sie kaum mehr als ein leichtes Zwicken nachdem die Betäubung nachgelassen hat. Es kann aber auch zu Schmerzen und Schwellungen kommen. Die lassen sich mit Kühlung und Schmerzmitteln in den Griff bekommen. Falls nötig, schreibt Ihr Zahnarzt Sie krank.

 

Falls Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt. Er wird sie gerne aufklären, ob eine Weisheitszahn-Entfernung in Ihrem Fall Sinn macht.