Ein Loch im Zahn füllen, einen Zahn entfernen oder eine Wurzelkanalbehandlung über sich ergehen lassen: Wer beim Zahnarzt keine Schmerzen haben will, kann zwischen verschiedenen Methoden der Betäubung auswählen. Eine davon ist die Lokalanästhesie. Darunter versteht man im Allgemeinen eine örtliche Betäubung. Dabei wird also nur ein kleiner Teil des Körpers betäubt und in der Regel bewirkt, dass schmerzfrei diagnostiziert und therapiert werden kann.

Von allen Disziplinen der Medizin kommt die Lokalanästhesie am häufigsten in der Zahnheilkunde zur Anwendung. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Wie funktioniert die lokale Betäubung?

Der Wirkstoff wird bei einer Lokalanästhesie gespritzt. Es werden verschiedenen Wirkstoffe eingesetzt und zusätzlich ein Gefässverenger, wie zum Beispiel Adrenalin oder Noradrenalin. Die Betäubung bewirkt, dass den Nerven-Endigungen die Reize nicht mehr weitergeleitet werden. Und dies ohne, dass das Bewusstsein beeinträchtigt wird.

Wie lange dauert sie?

Wie lange eine Betäubung anhält, hängt von der Art des Wirkstoffs und des Gefässverengers ab. Das können 20 bis 75 Minuten sein. Der Zahnarzt wählt die Zusammensetzung aus, abhängig von Behandlungsdauer und Gesundheitszustand des Patienten. Wann das Mittel zu wirken beginnt, ist ebenfalls von der Zusammensetzung, aber auch vom Patienten abhängig. Beim meistverwendeten Lokalanästhetikum Articain dauert es bis zu 13 Minuten.

Wie fühlt sich die Betäubung an?

Die meisten Patienten beschreiben das Gefühl der Betäubung als Kribbeln. Der Patient sollte mit Essen warten, bis sie vollständig abgeklungen ist, da er sonst eine Bissverletzung riskiert. Trinken ist erschwert, aber möglich.

Welche Arten gibt es?

In der Zahnmedizin gibt es verschiedene Methoden der Lokalanästhesie:

  • Infiltrationsanästhesie: die meistverwendete Art im Oberkiefer
  • Leitungsanästhesie: sie wird in der Regel im Unterkiefer angewendet
  • Intraligamentäre Anästhesie: eine spezielle Form der lokalen Betäubung. Sie kommt zum Einsatz, wenn andere Varianten versagen oder auch bei Risikopatienten (da nur sehr wenig Betäubungsmittel eingesetzt wird). Das Betäubungsmittel wird direkt zwischen Zahn und Knochen appliziert und erreicht dadurch nur den jeweiligen Zahn. Das Gewebe rundherum, wie Lippe oder Zunge, werden nicht betäubt.

Was, wenn ich Angst vor Spritzen habe?

Vor der Lokalanästhesie kann ein sogenanntes Oberflächen-Anästhetikum verwendet werden. Dies wird in Form eines Gels oder eines Sprays auf die Schleimhaut aufgetragen. Die Schleimhaut wird schmerzunempfindlich, was das Setzen der Betäubungsspritze deutlich angenehmer macht. Ein Oberflächenanästhetikum leistet bei einer Lokalanästhesie somit einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Zahnarztangst.

Weitere Arten der Betäubung:

Neben der Lokalanästhesie gibt es systemisch wirkende Methoden. Systemisch, weil sie auch das Bewusstsein beeinflussen. Dazu zählen die Analgosedierung, die Lachgassedierung und die allgemeine Narkose. Diese Formen kommen vor allem bei Kindern, bei Patienten mit starker Zahnarztangst oder bei grösseren Sanierungen zum Einsatz.

Kann es Komplikationen geben?

Komplikationen wie die Schädigung von Nerven oder Gewebe, Hämatome oder im Extremfall ein Spritzenabszess können in den meisten Fällen rückgängig gemacht werden und sind somit ohne Folgen.