Schon ab der 14. Woche lutschen Ungeborene im Mutterleib am Daumen. Lutschen oder Saugen beruhigt, auch später, als Baby. Es fühlt sich vertraut an, vermittelt Sicherheit und hilft dem Baby so, den Schlaf zu finden. Kann dies aber nicht auch Kiefer- und Zahnstellung verändern, sodass eine Zahnspange nötig wird? Und was ist besser beziehungsweise weniger «schlimm»: Daumen oder Nuggi?

Besser «Nuggi-Kind» als «Düümeli-Kind»

Pauschal empfehlen Zahnmediziner, aus dem «Düümeli-Kind» ein «Nuggi-Kind» zu machen. Der Nuggi steht im Gegensatz zum Daumen nicht immer zur Verfügung, weshalb das Baby seltener lutscht und später bei der Entwöhnung hilft. Ausserdem gibt es anatomisch geformte Nuggis, die weniger Zahn-und Kieferfehlstellungen verursachen als der Daumen.

Schaden hängt von Dauer und Technik ab

Ob aber das Daumenlutschen wirklich Konsequenzen hat, ist abhängig von der Dauer und der Technik, also dem Wie und Wie lange. Lutscht das Kind eher, als dass es saugt, und saugt es hauptsächlich abends zum Einschlafen und selten am Tag, sind spätere Schäden unwahrscheinlich. Ist der Daumen jedoch immer im Mund, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlstellung viel höher.

Harmlos für Unter-Dreijährige

Bis zum Ende des dritten Lebensjahres ist das Lutschen am Daumen oder am Nuggi harmlos. Schäden, die bis dahin entstanden sind, bilden sich von alleine zurück, sobald das Kind zu lutschen oder zu saugen aufhört.

Spätestens zum dritten Geburtstag sollte das Kind aber die Angewohnheit abgelegt haben, damit sich der Kiefer richtig entwickeln kann. Bei Kindern, die lange am Daumen lutschen, entwickelt das Kind einen offenen Biss, der das Abbeissen erschwert. Die Frontzähne des Oberkiefers (die Schaufeln) zeigen dann weit nach vorne. Das Lutschen hemmt auch das Wachstum des Kiefers und kann die Zungenmotorik stören, was Sprachfehler verursachen kann.

Der richtige Nuggi: flacher Schaft und Stufe

Beim Nuggi-Kauf haben Eltern die Qual der Wahl: Wir empfehlen kieferangepasste Nuggis mit einem flachen Schaft (der Teil auf dem die vorderen Zähne aufliegen) und einer Stufe. Diese Form lässt den Schneidezähnen und der Zunge genug Platz und vermindert den Druck auf den Kiefer und die Zähne.

Kritisch sind symmetrische oder runde Sauger (die nicht verkehrt herum in den Mund genommen werden können). Sie erinnern zwar an die Form der Brustwarze, aber nehmen – genau wie der Daumen – zu viel Raum im Mund ein.

Zu viele Sorgen sind meist unnötig

Die meisten Kinder hören zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr von alleine auf zu nuckeln. Denn in dieser Zeit lässt der Saugreflex nach, das Kind lernt, sich anderweitig zu beruhigen, und findet andere Dinge spannender.

Helfen Sie Ihrem Kind liebevoll und behutsam beim Abgewöhnen. Einen Seelentröster kann man nicht von heute auf morgen verbannen. Wenn ihr Kind bereit dazu ist, kann es seinen Nuggi auch bei uns im zahnarztzentrum.ch gegen einen tollen Schatz aus unserer Schatztruhe eintauschen.